Linux auf dem Sony FX501 Notebook

Anmerkung: Im Moment ist die englische Version dieser Seite aktueller. Ich bin am überlegen, ob ich die deutsche Version aus zeitlichen Gründen überhaupt noch weiterführen soll. Dazu muss ich wissen, ob überhaupt Interesse an dieser Seite besteht, oder ob Ihnen die englische Version ausreicht. Kommentare dazu nehme ich gerne per Mail entgegen.

Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2003 (14. Jan 2004 nur Links geändert).
Änderung: Erfahrungen von Frerk Meyer mit SuSE 8.2 hinzugefügt.

WICHTIGE NEUIGKEIT vom 12. September 2003: Die Firma Linuxant hat leider die Lizenz ihrer Modem-Treiber geändert. Der kostenlose Treiber unterstützt jetzt nur noch Verbindungsgeschwindigkeiten bis 14.4 kb/s. Ich persönlich stimme nicht der Meinung von Marc Boucher (Chef von Linuxant) zu, dass es sinnvoll ist, für einen brauchbaren Treiber jetzt auf einmal Geld zu verlangen (nein 14.4 kb/s in der Free-Version sind NICHT brauchbar...). Klar, es ist das gute Recht von Linuxant, die Lizenz so zu wählen, wie sie wollen. Aber ich für meinen Teil benutzte dann solche Treiber eben nicht. Wobei das Problem natürlich schon bei Conexant zu suchen ist, die müssten eigentlich dafür sorgen, dass es kostenlose Treiber gibt! Das Modem habe ich in der Tabelle auf "teilweise unterstützt" runtergestuft. PS: Wer noch alte Treiber hat sollte sie gut aufbewahren, schließlich funktionieren die ja auch noch! Evtl. findet man auch noch alte Versionen irgendwo im Internet.

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Zweck dieser Seite

Da Linux auf Notebooks teilweise immer noch ein recht schwieriges Thema ist, habe ich mich entschlossen, meine Erfahrungen mit dem Notebook "Sony FX501" hier zu dokumentieren.

Systemkonfiguration

Seit neuestem verwende ich Mandrake 9.1. Ich habe Kernel 2.4.21 selbst kompiliert. Dieser ist wie folgt gepacht: acpi-20030619, cpufreq-2.4.21-2, swsusp-1.0-2.4.21.

Anwendbarkeit auf andere Sony-Notebooks

Inzwischen sind die Nachfolgemodelle FX601, FX701 und FX801 auf dem Markt. Soweit ich gehört habe, hat sich bis auf den schnelleren Prozessor die Austattung nicht stark geändert, so dass die hier gegebenen Informationen zum Großteil auch für diese Notebooks gültig sein sollten. Dasselbe gilt für alle Notebooks mit AMD-Prozessor aus den Serien FX40x, FX50x, FX60x, FX70x und FX80x. Sony-Notebooks mit Intel-Prozessor dagegen haben völlig andere Komponenten eingebaut.

Übersicht

KomponenteModellStatusempfohlener TreiberBemerkungen
Prozessor mobiler AMD Duron 1 GHz mit PowerNow vollst. unterstützt für PowerNow: RTDVS-Modul, alternativ: cpufreq-Kernelpatch  
Bildschirm TFT 14.1", 1024x768 Bildpunkte vollst. unterstützt    
Speicher 256 MB SDRAM vollst. unterstützt    
Festplatte 20 GB vollst. unterstützt    
Diskettenlaufwerk 3.5", herausnehmbar vollst. unterstützt   in Disk-Schacht kann zweiter Akku eingesetzt werden
DVD-Laufwerk DVD: 8x, CDROM: 24x vollst. unterstützt im Kernel integriert ruckelfreie DVD-Wiedergabe möglich
Akku LiOn, 3000 mAh vollst. unterstützt   max. 2.15h Laufzeit lt. Hersteller
Systemüberwachung ACPI fast vollst. unterstützt ACPI-Patch(Kernelpatch) fast alles OK, Auslesen des Akku-Status führt zu kurzzeitigem Systemstillstand (einige 1/10-Sek.). In einigen neuen Distributionen ist dieser Patch schon integriert
Stromsparfunktionen ACPI, Software Suspend teilweise unterstützt ACPI-Patch (Kernelpatch) und swsusp-Patch (Kernelpatch) ACPI-Suspend-Modi funktionieren nicht, Suspend-to-Disk mittels Software Suspend funktioniert grundsätzlich, CPU-Regelung über ACPI und PowerNow funktioniert
Grafikkarte ATI 3D Rage Mobility-M1, 8 MB RAM vollst. unterstützt Dri/Xv (Retinal Burn), alternativ: GATOS oder ati (in XFree86 enthalten) 3D+XVideo mit Retinal Burn Treiber, nur XVideo mit GATOS, langsamer Standardtreiber in XFree86 enthalten
Soundkarte VIA686 AC97-Sound vollst. unterstützt alsa, alternativ: Kernel-Modul via82cxxx_audio  
TV-Ausgang   vollst. unterstützt atitvout (Software) An- und Ausschalten im laufenden Betrieb mit atitvout
Erweiterungskarten PCMCIA, 2x Typ 1 bzw. 2 oder 1x Typ 3 vollst. unterstützt Kernel, alternativ: pcmcia-cs  
Firewire-Schnittstelle   vollst. unterstützt Kernel-Modul ohci1394  
Internes Modem Conexant HSF AC97 SoftModem teilweise unterstützt HSF-Treiber nur 14.4 kbps in der freien Version, für alte Versionen gilt Bem. 2
Netzwerkkarte Realtek 8139 kompatibel vollst. unterstützt Kernel-Modul 8139too  
USB-Anschluss 2x VIA USB-Anschluss (UHCI) vollst. unterstützt Kernelmodul usb-uhci, alternativ: Kernelmodul uhci  
Paralleler Anschluss   vollst. unterstützt Kernel  
Serieller Anschluss       noch nicht getestet

Bemerkungen:

  1. Diese Komponenten habe ich nicht selbst getestet, aber Mails erhalten, von Personen, die die entsprechende Hardware benutzen und mir bestätigen konnten, dass sie läuft. Vielen Dank dafür!
  2. Ich hab jetzt schon öfter von IRQ-Problemen gehört, die bei Modem-Nutzung den Sound stören oder das Laptop zum Ausschalten bringen (letzteres ist mir selbst schon passiert). Diese Probleme scheinen aber nicht aufzutreten, wenn man den Kernel-Parameter "pci=biosirq" benutzt.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile Nachteile
  • solide Verarbeitung
  • recht leise (mit ACPI)
  • Grafikkarte mit eigenem Speicher
  • guter TV-Out
  • Video-DVDs ruckelfrei abspielbar
  • große Festplatte
  • 256MB RAM
  • kein Infrarot- und kein PS2-Port
  • Stromsparfunktionen funktionieren nur teilweise: kein Suspend-to-RAM, Suspend-to-Disk über Kernelpatch und teilweise problematisch
  • Kernel-Neukompilierung sehr empfehlenswert (siehe hier)

Fazit

Nach über einem Jahr kann ich sagen, dass das Notebook bis auf ein paar kleinere Ausnahmen (z.B. Suspend-Modi) gut unter Linux läuft. Dazu gehört ruckelfreie DVD-Wiedergabe - auch über den TV-Ausgang und 3D-Beschleunigung. Außerdem ist das Notebook gut verarbeitet, das TFT-Screen bietet ein gutes Bild, die Tastatur ist auch super und der Lüfter ist recht leise und läuft nicht dauernd.

Kernelkonfiguration

Einige Distributionen setzen einen Kernel ein, der nur nur APM - nicht aber ACPI - kann. Hat man solch eine Distribution, kommt man um die Installation eines neuen Kernels nicht herum, denn mit APM wird der Prozessor nicht richtig gekühlt und der Lüfter läuft daher dauernd. Außerdem funktionieren auch die Sondertasten (Bildschirmhelligkeit, Umschalten auf VGA-Anschluss usw.) nur mit ACPI. Ob ACPI funktioniert, erkennt man am Vorhandensein des Verzeichnisses /proc/acpi und daran, dass der Lüfter nur bei Bedarf läuft.

Von folgenden Distributionen ist mir bekannt, dass acpi schon integriert ist, also nicht unbedingt ein neuer Kernel kompiliert werden muss: Mandrake 9.1 (selbst getestet), SuSE 8.1 (wurde mir zugetragen), SuSE 8.2 (wurde mir zugetragen).

Selbst wenn man nicht wegen ACPI unbedingt einen neuen Kernel kompilieren muss, kann man das trotzdem machen, um ihn über Patches um Funktionen zu erweitern, die normalerweise nicht integriert sind. Im Folgenden stelle ich Patches kurz vor, die für den Betrieb des Notebooks sinnvoll sind.

PatchErklärungWichtigkeit
ACPI-Patch Sorgt dafür, dass die ACPI-Funktionen zur Systemüberwachung richtig funktionieren. Steuert den Lüfter! Auch nötig zur Nutzung der Sondertasten (Helligkeit, LCD/VGA, LCD/TV). Die Suspend-Modi Suspend-To-Ram und -To-Disk funktioniern damit leider aber nicht. In einigen Distributionen schon enthalten (siehe hier). unbedingt notwendig
Software Suspend Fügt die Stromsparfunktion "Suspend-To-Disk" (Schlafmodus, Systemzustand wird während des Schlafes auf der Festplatte gespeichert) zum Kernel hinzu. Weitere Informationen. nützlich
cpufreq Fügt die Stromsparfunktion "PowerNow" (automatisches Regeln der Prozessorspannung und Taktfrequenz) zum Kernel hinzu. Funktioniert leider wegen eines fehlerhaften BIOS nicht mit meinem FX501. Es gibt außerdem noch das ältere RTDVS-Modul, für das man nicht den Kernel patchen muss. Weitere Informationen. für Experimentierfreudige

fertig kompilierter Kernel (RPM)

Markus Gaugusch stellt auf seiner Homepage einen passend für Sony-Laptops vorkompilierten Kernel im RPM-Format zur Vefügung. Dieser enthält den ACPI-Patch und Software Suspend. Einfach das RPM installieren und dann noch den Bootmanager entsprechend anpassen. Ob PCMCIA im Kernel einkompiliert ist, weiß ich nicht. Im Zweifelsfall kann nachträglich pcmcia-cs von Hand kompiliert werden (das ist nicht schwer, siehe hier).

Kernel selbst anpassen und kompilieren

Natürlich kann man den Kernel auch von Hand kompilieren. Wenn man sich damit aber nicht auskennt, sollte man vorher unbedingt das Kernel-HowTo genau durchlesen. Gerade hier gilt besonders, dass man selbst schuld ist, wenn der Computer nachher nicht mehr bootet... Zusätzlich zum Kernel sollte man sich die Patches, die man einsetzen möchte, herunter laden (siehe hier). Hierbei ist darauf zu achten, dass Kernel und die beiden Patches von der Version her zueinander passen (z.B. Kernel 2.4.21, ACPI 20030619-2.4.21, swsusp 1.0-2.4.21, cpufreq-2.4.21-2). Zuerst sollte man den Kernel mit cpufreq, dann ACPI und danach mit swsusp patchen. Bei mir musste ich gab es einen Reject in processor.h, der aber leicht zu beheben war, indem ich die Definition aus processor.h.rej selbst in die Datei eingefügt habe. Bei der Kernelkonfiguartion ist unter ACPI alles anzuschalten (außer den Optionen für bestimmte Laptops), ebenso ist Software Suspend anzuschalten.

Kernelparameter

Egal, ob man den Kernel installiert oder selbst kompiliert hat, man sollte auf jedenfall folgende Kernelparameter benutzen (bei Benutzung von lilo: in die append-Zeile von /etc/lilo.conf einfügen und lilo neustarten):

Etwaige Parameter, die durch die Distribution eingetragen wurden (etwa zu devfs), sollten bestehen bleiben.

Um das Reboot-Problem zu verhindern sollte der Kernel ohne Unterstützung für SMP-Systeme und ohne "Use local APIC on Uni-Processor machines" kompiliert werden.

weitere Tipps und Tricks

Stromsparfunktionen

APM

Es funktioniert zwar die Batteriestand-Anzeige, wenn man aber in Standby oder Suspend schalten will, stürzt das Notebook einfach ab. Außerdem läuft der Lüfter immer auf Hochtouren. NICHT ZU EMPFEHLEN!

ACPI

Mit ACPI (APCI-Patch) sieht die Sache besser aus. Unter /proc/acpi lassen sich viele interessante Dinge auslesen. Folgende Beobachtungen konnte ich machen:

Möglicherweise verbessert sich die Unterstützung noch in neueren Versionen. WICHTIG: Wenn Ihr mit ACPI herumexperementiert, achtet auf die Prozessortemperatur und darauf, dass der Lüfter auch bei Bedarf wirklich anspringt. Soweit ich weiß, fährt das Notebook bei Überhitzung zwar automatisch runter, aber man sollte da nichts riskieren. Zur Temperaturüberprüfung können die Angaben in /proc/acpi/thermal_zone verwendet werden.

Es gibt ein Programm namens acpid. Mit diesem kann man sogenannte ACPI-Events überwachen und entsprechende Ereignisse starten. Zum Beispiel kann man bei Druck auf SLEEP (Fn-F12) in den Software Suspend-Modus schalten oder bei Druck auf POWER das Notebook herunterfahren lassen.

Software Suspend

Inwzischen gibt es eine Software-Emulation des Suspend-To-Disk-Modus namens swsusp. Sie liegt vor in Form eines Kernel-Patches (siehe "Kernel") und einigen kleinen Skripten vor. Bei mir funktioniert Software Suspend recht gut. Man kann (bei entsprechender Konfiguration des acpid) mittels Fn-F12 oder durch direkten Aufruf des Skriptes in den Schlafzustand schalten. Beim nächsten Einschalten des Notebooks geht es wieder dort weiter, wo man vorher war.

Probleme mit Software Suspend

PowerNow

Es gibt zwei Möglichkeiten, das PowerNow-Feature der AMD-CPU zu benutzen.

RTDVS powernowK7 (empfohlen)

Diese Möglichkeit wird zwar nicht mehr weiterentwickelt und ist wahrscheinlich nicht sehr zukunftsicher, hat aber den Vorteil dass es auf dem FX501 funktioniert und das der Kernel nicht gepatched werden muss. Ich benutze diese Methode jetzt seit einer Woche (21.07.2003) regelmäßig. Bis jetzt konnte ich, trotz täglicher Nutzung, keine Probleme feststellen, im Gegenteil, alles funktioniert super.

fertige Lösung

WICHTIG: Was für die ganze Seite gilt, gilt hier im Besonderen: Ich kann nicht für die korrekte Funktionsweise der Software garantieren. Wer diese Software nutzt, tut das auf ABSOLUT EIGENES RISIKO. Ich weiß nicht, ob die Frequenzen und Spannungen, mit denen der Prozessor angesteuert wird, richtig sind und nicht vielleicht sogar das Notebook komplett zerstören!

powernowK7.tar.gz Diese Datei enthält den Quellcode zum Modul powernowK7. Nach Entpacken kann das Modul mit make kompiliert werden. Danach sollte die Datei powernowK7.o in's Verzeichnis /lib/modules/(kernelversion)/misc kopiert werden und der Befehl "depmod -a" ausgeführt werden. Ab sofort kann das Modul mit "modprobe powernowK7" geladen werden. Anmerkung: Das Modul kompiliert bei mir unter Mandrake 9.1 problemlos, mit Mandrake 8.1 gab es Probleme. Unterstützt werden von dieser Version: Athlon 850/900/950/1000/1100/1200, Duron 800/850/900/950/1000. Falls es Probleme beim Kompilieren gibt oder Ihr Prozessor nicht von dieser Version unterstützt wird, empfehle ich, die nachfolgenden Informationen zu lesen, evtl. findet sich dort eine Lösung.
powernow.cc Dieses Programm sorgt dafür, dass je nach Last die passende Prozessorgeschwindigkeit eingestellt wird. Es ist möglich, je nachdem, ob der Laptop gerade am Stromnetz hängt, verschiedene Strategien (MIN/MAX/DYNAMIC) einzustellen. Kompiliert wird das Programm mit dem Befehl "gcc -o powernow powernow.cc". Vor der ersten Benutzung müssen die zwei Dateien /etc/powernow-speed-min bzw. -speed-max angelegt werden. Diese sollten die gewünschte minimale bzw. maximale Taktfrequenz als Zahl in MHz (z.B. 500) enthalten.
/etc/init.d/powernowd Diese Datei ist nicht unbedingt zum Betrieb nötig, kann aber benutzt werden, um PowerNow als Systemdienst bei jedem Systemstart zu aktivieren. Dazu ist sie in's Verzeichnis /etc/init.d zu kopieren, mit "chmod +x /etc/init.d/powernowd" ausführbar zu machen und in den Systemtools der Linux-Distribution (z.B. yast, drakconf) oder über symbolische Links (Debian) für die gewünschten Runlevels zu aktivieren. Die Datei ist so konfiguriert, dass bei Netzstrom die volle Leistung fest eingestellt ist und bei Akku-Nutzung die Leistung dynamisch geregelt wird. Das Feature "minimale Leistung bei hoher Temperatur" wird in dieser Datei nicht aktiviert.

Hintergrund

Grundlage ist das Programm RTDVS, das von der EnergyAware Seite heruntergeladen werden kann. Dieses Programm funktioniert in dieser Version aber nur mit Kernel 2.2.x. Glücklicherweise gibt es einen Patch, nämlich http://people.debian.org/~dwhedon/rtdvs.diff, der immerhin das Modul für AMD Athlon/Duron auf aktuellen Kernelversionen (2.4.x, 2.5.x) lauffähig macht. Zusätzlich zu diesem Patch habe ich für meinen Laptop noch die Werte

  { DURON,  { 1000,  900,  850,  800,  700, 0 },
		  { 1400, 1350, 1300, 1250, 1200, 0 },
		  "300 700 800 850 900 1000" },
in's Array processors[] von powernowK7.c übernehmen müssen, da für meinen Prozessor noch keine Werte vorhanden waren. Warnung: Diese Werte habe ich so im Internet auf der Seite http://www.amd.com.ua/reference/content/40/ gefunden, ich weiß nicht, ob sie korrekt sind oder nicht sogar den Prozessor oder das Laptop zerstören könnten, die Benutzung dieser Werte geschieht also auf Euer eigenes Risiko!!! Auf genannter Seite sind auch Werte für andere AMD Mobil Prozessoren, die evtl. von Interesse sein könnten. Bei Mandrake 8.1 musste ich in der Funktion module_startup() in der return-Anweisung die Abfrage durch das erwartete Ergebnis DURON ersetzen, mit Mandrake 9.1 kompilierte es direkt durch (evtl. weil ich andere Kernel-Parameter gesetzt habe).

Nach all diesen Arbeiten kann man das Modul dann mit

make powernowK7.o
kompilieren und mit
insmod ./powernowK7.o
laden.

Hat alles geklappt, kann man mit

cat /proc/powernow
sich die gegenwärtigen Einstellungen ansehen. Mit
echo "800">/proc/powernow
kann man zum Beispiel eine Taktfrequenz von 800 MHz einstellen. WICHTIG: Nicht jede Geschwindigkeit geht, sondern nur ein bestimmter Bereich. Dieser ist nach oben Begrenzt durch die normale Taktfrequenz des Prozessors. Die Mindestgeschwindigkeit ist bei mir 450 MHz, darunter stürzt das Notebook einfach ab. Wenn man sich aber in diesem Rahmen bewegt, scheint auf den ersten Blick alles stabil zu laufen...

Um die Geschwindigkeit nach Last dynamisch zu regeln habe ich das Programm cpufreq.cc von Carl Thompson so umgeschrieben, dass es mit rtdvs-PowerNow funktioniert. Außerdem habe ich noch das Feature hinzugefügt, dass je nachdem, ob der Rechner am Stromnetz hängt, verschiedene Scaling-Strategien benutzt werden können (jeweils MIN, MAX oder DYNAMIC). Eine kurze Anleitung steht im Quellcode powernow.cc.

Um Powernow als Systemdienst zu benutzen zu, ist die Datei powernowd, die als ausführbares Programm in's Verzeichnis /etc/init.d kopiert werden sollte, nützlich. Mit den Distributionstools bzw. durch Setzen von symbolischen Links kann der Dienst dann für die verschiedenen Runlevels aktiviert werden. Die genutzte Konfiguration lautet: MAX bei Netzstrom, DYNAMIC bei Akku-Nutzung, Feature "MIN bei hoher Temperatur" nicht aktiviert.

cpufreq (für Experten und Experimentierfreudige)

Inzwischen gibt es auch von cpufreq ein Modul powernow-k7.o. In Zukunft ist es sicher besser, auf dieses Modul zu setzen, weil es aktiv weiterentwickelt wird. Um dieses Modul benutzen zu können, muss der Kernel gepatched werden, was ich auch getan habe. Dann sollte man die Taktfrequenz mittels der Datei /proc/cpufreq setzen können. Leider funktioniert das bei mir nicht, weil das BIOS keine gültigen Frequenzen und Spannunngen liefert. Evtl. würde hier ein BIOS-Update helfen. Es gibt auf der cpufreq-Mailingliste aber auch Erfolgsreporte mit anderen Notebooks aus der FX-Serie.

Grafikkarte

Die Grafikkarte basiert auf dem ATI Mach64 Chipsatz. Die Treiber, die bei XFree86 4.x dabei sind, funktionieren zwar, unterstützen aber weder 3D-Beschleunigung noch XVideo (braucht man zur ruckelfreien Ausgabe von Videos/DVDs). Wenn man nur XVideo braucht, kann man dieses mit Hilfe der Treiber des GATOS-Projektes nachrüsten. Will man dagegen Xvideo und 3D, sollte man nicht GATOS installieren, sondern stattdessen den Treiber von Retinal Burn. Dieser enthält sowohl ein 3D-Modul als auch das GATOS-Modul. Achtung: Bei mir funktionierte dieser Treiber unter Mandrake 8.1 nicht (das ganze grafische System startete nicht mehr!). Unter Mandrake 9.1 funktioniert er super, so dass ich z.B. tuxrace in akzeptabler Geschwindigkeit spielen kann.

Auch für das ältere XFree86 3.3.6 gibt es einen experimentiellen Treiber, der die 3D-Beschleunigung des Grafikchips nutzt. Dies funktioniert auch soweit recht gut, auch wenn einige Spiele (z.B. Tuxracer) wohl nur mit XFree86 4.x laufen. Allerdings ist in der 3.3.6er-Version die 2D-Beschleunigung nicht so toll, so dass man z.B. keine Filme (DVDs, DivX) gucken kann.

DVD-Laufwerk

Um DVDs abzuspielen, sollte man erstmal die Tipps zur Grafikkarte beachten und die GATOS-Treiber installieren. Als Abspielprogramm eignet sich xine (evtl. mit dvdnav-Plugin) sehr gut. Xine sucht das DVD-Laufwerk unter /dev/dvd, daher sollte man mit "cd /dev; ln -s hdc dvd" den passenden symbolischen Link anlegen.

TV-Ausgang

Der TV-Ausgang lässt sich im laufenden Betrieb mit dem Tool atitvout aktivieren. Als TV-Normen lassen sich PAL (Deutschland, Großbritannien) und NTSC (USA) einstellen. Es kann gewählt werden, ob das Bild nur auf dem TV, nur auf dem LCD-Bildschirm oder auf beiden gleichzeitig erscheint. Das Fernsehn muss übrigens beim Booten noch nicht angeschlossen sein, so dass ein eventuelles lästiges Rebooten entfällt.

Soundkarte

Die Soundkarte wird sowohl vom Kerneltreiber (via82cxxx_audio), als auch von alsa unterstützt. Mandrake hat die Kerneltreiber automatisch eingerichtet, ich bin jedoch auf alsa 0.9 umgestiegen, da ich auf meinem Desktopcomputer (der den gleichen Soundchip hat) mit alsa bessere Erfahrungen gemacht habe. Vorsicht: ältere Betaversionen von alsa0.9 erkennen manchmal den Soundchip nicht. Außerdem hab ich inzwischen festgestellt, dass einige RC-Versionen (zumindest rc2 und rc3) in manchen Anwendungen für laute Krächzer anstatt Sound produzieren. Die neueste Version 0.9.0rc6 funktioniert jedoch problemlos! Bei neuen alsa-Versionen heißt das benötigte Modul snd-via82xx, in älteren Versionen muss man snd-via686a benutzen und noch ältere alsa-Versionen verwenden den Namen snd-card-via686a. Bei den meisten aktuellen Linux-Distributionen ist alsa übrigens schon mitgeliefert, so dass man nur das genannte Modul laden muss.

Ich weiß nicht, ob die Sound-Hardware überhaupt Midi unterstützt, aber notfalls kann diese Funktion auf jedenfall mit dem Programm timidity emuliert werden.

Modem

Das interne Modem ist ein Softwaremodem/Winmodem und wird bei der Installation nicht erkannt. Seit dem 18. Juni 2002 existieren allerdings Treiber von Linuxant, die zu funktionieren scheinen. Benötigt wird der so genannte HSF-Treiber!

UPDATE 12. Sep 2003: Ab jetzt wird auf genannter Seite nur noch ein Treiber, der nur 14.4 kb/s Geschwindigkeit kann, kostenlos angeboten. Für mehr muss man zahlen. Wer also noch einen alten Treiber hat, sollte diesen gut aufbewahren!

Aufgrund von IRQ-Problemen scheint es zu Soundproblemen und bösen Abstürzen kommen zu können. Diese äußern sich darin, dass sich das Notebook einfach ausschaltet. Anscheinend lässt sich dieses Problem aber einfach lösen, indem man den Kernelparameter "pci=biosirq" verwendet. Dieser kann am Bootprompt eingegeben werden oder durch Eintrag in die append-Zeile in der Datei /etc/lilo.conf und anschließendem Durchlauf von /sbin/lilo dauerhaft eingestellt werden (natürlich nur dann, wenn man lilo benutzt, für andere Bootmechanismen gibt's aber ähnliche Möglichkeiten).

Installiert wird der Treiber, indem man entweder ein RPM für seine Distribution und seinen Kernel oder das Source-RPM runterlädt. Letzteres braucht man auf jedenfall, wenn man den Kernel selbst neu kompiliert hat. Das Source-RPM lässt sich als root mit "rpm --rebuild dateiname.src.rpm" in ein RPM umwandeln (wohin das RPM gespeichert wurde, steht in den Meldungen), welches sich mit "rpm -i dateiname.rpm" installieren kann. Nun startet man hsfconfig und bestätigt einfach die Standardeinstellungen.

Da ich den Treiber bis jetzt nur kurz angetestet habe und das Modem auch nicht oft brauche (und somit selten benutze), bin ich hier ganz besonders auf Euer Feedback angewiesen!

PCMCIA

Mandrake 8.1 hat PCMCIA automatisch mit Hilfe der pcmcia-cs Treiber eingerichtet und es funktioniert auch problemlos. Mandrake 9.1 dagegen benutzt das im Kernel eingebaute PCMCIA, was grundsätzlich auch funktioniert (das Notebook stützte mit dem mitgelieferte Kernel immer ab, wenn ich meine Orinoco-WLAN-Karte entfernte, mit einem selbst kompilierten Kernel passiert das nicht mehr). Wenn man einen neuen Kernel kompiliert, kann man gleich das Kernel-eigene PCMCIA mit einkompilieren.

USB

Für die beiden USB-Schnittstellen wurde von Mandrake der Treiber usb-uhci eingebunden. Dieser funktioniert problemlos. Von Linux unterstützte USB-Hardware wird automatisch erkannt, sobald sie eingestöpselt wird.

Sondertasten

Mit ACPI funktionieren bei mir die Sondertasten für die Helligkeit, sowie bei Benutzung von acpid auch die für die Stromsparmodi. Wie man die restlichen Sondertasten auch noch zum Laufen überreden kann, beschreibt Alexander Jordan auf
seiner Homepage.

Akkulaufzeit

Meine Erfahrung ist, dass der Akku bei "normaler Arbeit" ca. 100 Minuten durchhält. Evtl. lässt sich diese Zeit noch verlängern, indem man mittels ACPI den Prozessor einbremst, aber das hab ich noch nicht ausprobiert. Außerdem sollte man die Helligkeit des Displays nicht unnötig hochstellen, um Strom zu sparen.

Betriebsanleitung auf CD-ROM

Zusätzlich zum Benutzerhandbuch liefert Sony noch eine ausführlichere Anleitung auf CD-ROM mit. Diese liegt im PDF-Format vor, so dass man sie zum Beispiel mit dem Acrobat Reader lesen kann. Dummerweise sind die relevanten PDF-Dateien auf der CD-ROM aber versteckt, so dass man nur zwei Windows-EXE-Dateien sieht. Um doch noch an die PDF-Dokumente zu kommen, sollte man die CD-ROM (als root) mit der Option "unhide" mounten, also zum Beispiel so:

mount /mnt/cdrom -o unhide

Probleme mit Reboot oder Abschalten beim Herunterfahren

Wenn im Kernel Unterstützung für SMP (Multi-Prozessor-Machinen) oder APIC auf Uni-Prozessor-Machinen einkompiliert ist, dann bleibt das Notebook nach einem Reboot an der Stelle, wo das Sony-Logo angezeigt wird, hängen. Außerdem funktioniert dann auch das automatische Abschalten beim Herunterfahren nicht. Der Kernelparameter "noapic" hat bei mir dieses Problem wider Erwarten nicht gelöst. Einzige Lösung: Kernel ohne die genannten Optionen kompilieren.

Erfahrung mit Distributionen

Mandrake 9.1

ACPI funktioniert, aber das Problem mit APIC (Reboot und automatisches Abschalten funktioniert nicht, siehe oben) tritt auf. Der Grafiktreiber sollte wie oben beschrieben ausgetauscht werden, um XVideo und 3D zu erhalten.

Mandrake (Version 8.1)

Die meiste Hardware (Grafik, Sound, Netzwerkkarte, PCMCIA) wird automatisch erkannt. Bei der Grafikkarte ist es aber anzuraten, auf den erwähnten GATOS-Treiber zu wechseln, dieser ist in Mandrake 8.1 nicht enthalten.

Probleme gibt es beim ersten Start: das Notebook rebootet einfach wieder. Lösung ist, am Boot-Prompt "nobiospnp" einzugeben. Dieser Kernelparameter (nobiospnp) kann durch Eintrag in die append-Zeile von /etc/lilo.conf und anschließendem Start von /sbin/lilo fest eingestellt werden.

neuSuSE 8.2

Frerk Meyer betreibt seinen FX501 mit SuSE 8.2 und hat folgendes festgestellt (vielen Dank dafür!): Gut ist, dass SuSE einen fertigen Kernel bei der Installation anbietet, der für Athlon/Duron optimiert ist. Dieser unterstützt ab Werk ACPI mit ACPI-Daemon. Sogar die Module cpufreq und powernow werden binär mitgeliefert. Leider werden weder cpufreq noch powernow beim Booten eingebunden. Die SuSE zieht mehr Strom als ein vorher genutztes gepatchtes Mandrake. Aber es ist möglich, ohne Neukompilieren PowerNow zu aktivieren: In der init.d wird dazu das Startscript acpid dahingehend geändert, dass cpufreq und powernow mittels modprobe geladen werden.

modprobe cpufreq
modprobe powernow
Daraufhin gibt's die Datei /proc/cpufreq. Ein
cat /proc/cpufreq
ergibt für CPU 0 (Mobile Duron 1Ghz) eine Varianz von 50% bis 100% CPU-Speed bei Policy 'performance'. Eine weitere Zeile in der acpid ändert die Policy auf powersave:
echo "0%50%100%powersave">/proc/cpufreq
Danach sank im konkreten Fall die normale Leistungsaufnahme im Leerlauf von ca. 14 Watt auf ca. 10,5 Watt. Dies macht bei einem älter und schlechter werdenden Akku einen wesentlichen Unterschied und entspricht in etwa dem Wert, der mit der gepatchten Mandrake-Version erreicht wurde. Außerdem soll die bald erscheinende SuSE 9.0 viele Win-Modems unterstützen (ob das die in Sony-Laptops verwendeten Modems einschließt ist nicht bekannt) und einen Profil-Manager für Notebooks mitliefern, um einfach zwischen verschiedenen Netzwerkumgebungen umzuschalten.

SuSE (Version 8.0)

Jörg Schäfer benutzt das FX501 mit SuSE 8.0 und hat mir in einer Mail von folgenden Erfahrungen berichtet (von mir teilweise ergänzt):

Bei SuSE wird die Netzwerkkarte nicht automatisch erkannt. Dies kann man korrigieren, indem man das Modul 8139too von Hand in die /etc/modules.conf einträgt ("alias eth0 8139too").

Auf die Installation der Soundkarte sollte man in jedem Fall verzichten, da sich das System sonst direkt beim Start schon aufhängt. Um funktionierenden Sound zu kriegen sollte man das Modul via82cxxx_audio von Hand in die /etc/modules.conf eintragen ("alias sound-slot-0 via82cxxx_audio").

Zur Installation

Mandrake 9.1: Es gab bei der Installation keine Probleme. Das Betriebssystem lässt sich erfolgreich booten, das grafische System läuft (wenn auch ohne 3D und ohne Xv).

Mandrake 8.1: Die Installation von Mandrake 8.1 ist problemlos verlaufen. Bei der Frage nach der zu installierenden XFree86-Version ist normalerweise XFree86 4.1 die beste Wahl, da man dann die GATOS-Treiber laufen lassen kann. Nach Beenden der Installation gab es das Problem, dass Linux nicht starten wollte. Das liegt an einem Fehler des mit Mandrake mitgelieferten Kernels, der Probleme mit dem BIOS des Notebooks hat. Das Problem lässt sich daduch lösen, dass man am Boot-Prompt den Parameter "nobiospnp" von Hand eingibt. Mit dem Kernel 2.4.17, den ich danach selbst kompiliert habe, tritt dieses Problem nicht auf. Da der Mandrake-eigene Kernel nur APM statt ACPI unterstüzt, ist sowieso eine Neukompilierung des Kernels in Erwägung zu ziehen.

Feedback / Kontakt

Ich freue mich über Anregungen, Tipps und Korrekturvorschläge zu dieser Seite. Außerdem bin ich auch an den Erfahrungen anderer Besitzer dieses Notebooks interessiert. Ich bin über folgende eMail-Adresse zu erreichen: p@p-weissgerber.de

Danksagungen

Vielen Dank an alle Personen, die in ihrer Freizeit dazu beigetragen haben, dass ich das FX501-Notebook so gut unter Linux benutzen kann!

Referenzen

Übersetzungen dieser Seite

Treiber für das FX501 in Form von Modulen oder Software

Treiber für das FX501 in Form von Kernelpatches

Sinnvolle Software für dieses Notebook

Linux allgemein

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